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![]() »Am Ende siegt das Leben« Interview mit Mahmod Dolatabadi
Mahmud Doulatabadi: Nein.
Die Atmosphäre in dem Roman ist sehr kalt. Das Buch handelt vom Leben, von einem sehr tragischen Leben, erzählt in einer sehr gerafften Zeit. Dieses Leben strahlt Kälte aus.
Der Roman ist vor 25 Jahren geschrieben worden und damals bedeutete das tatsächlich eine Wiederspiegelung der Gesellschaft, die sich im Zerfall befindet.
Es ist ja nicht so, dass in allen meinen Werken die Leute nicht miteinander reden können. Im Gegenteil, es gibt in vielen Romanen von mir wunderbare Dialoge zwischen den Personen. Aber hier wollte ich eine Familie schildern, deren Mitglieder tatsächlich sprachlos sind oder sich einander nicht mitteilen können. Es herrscht ein allgemeines Missverständnis. Das geht auf die Zeit unmittelbar nach der Revolution zurück. Es war eine Zeit des Missverständnisses. Das ist eine Ausnahmesituation, die hier beschrieben wird, eine historische Wende. Und in dieser Zeit haben die Menschen sehr große Schwierigkeiten, sich einander verständlich zu machen. ![]() Mahmud Doulatabadi wurde 1940 im Nordosten Irans geboren und besuchte
Dieses Misstrauen ist entstanden aus den Erwartungen an die Revolution und der später folgenden Enttäuschung. Die Menschen haben gedacht, dass die Revolution ihnen gehört. Später mussten sie hinnehmen, dass nur eine Minderheit, diese Revolution für sich in Anspruch nimmt.
Der Versuch, mit der Vergangenheit aufzuräumen und sie zu negieren, den gab es zur Zeit der Revolution. Fortgesetzt wird das von einer bestimmten Minderheit, die es durchsetzen will, dass die Geschichte mit ihnen beginnt.
Das Volk nimmt das nicht hin, im Gegenteil, es lehnt eine solche Sichtweise ab. Das beste Zeichen dafür hat man im Sommer nach den Wahlen gesehen, wie unsere Jugend sich auf die Tradition des Landes berufen hat und diesen Prozess der Demokratisierung, der natürlich zu der Geschichte unseres Landes gehört, fortzusetzen versucht hat.
Diese Hoffnung hat es immer gegeben. Ich weiß nicht, ob sie in Erfüllung geht. In unserem Volk ist die Sehnsucht nach Entfaltung, nach Freiheit und nach Demokratie ungeheuer groß. Das ist das dominierende Gefühl der iranischen Bevölkerung. Diese Liebe zum Leben kollidiert an bestimmten Stellen mit der Gewalt der Gegenseite. Dadurch ist auch Gewalt ein sehr prägendes Merkmal der Gesellschaft. Aber am Ende siegt das Leben, nicht der Tod. Quelle: zenithonline |
Samstag, 26.05.2012
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Welthaus
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Sonntag, 20.05.2012
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Dauer: ca. 3 Stunden,
Strecke: ca. 10 km
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08. September 2012
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